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Thema "Assessing Technologies. Towards Strategies for Responsible Innovation"

Die starke Verknüpfung zwischen Wissenschaft und Technik als ein Charakteristikum moderner Gesellschaften gilt weithin als eine dominante Triebkraft für wirtschaftliche Prosperität und gesellschaftlichen Wohlstand. Dabei führen seit einigen Dekaden neue Formen der  Integration von Wissenschaft in die Technikentwicklung und die Industrie zu "neuen Formen der Wissensproduktion“. Wissen selbst schafft neue Dynamiken des technologischen und sozialen Wandels. Um sich den damit verbundenen Herausforderungen zu stellen, wurden neue politische Prozesse und Instrumente eingeführt, die öffentlich finanzierte Wissenschaft in einer Weise gestalten, dass sie sich verstärkt Fragen von gesellschaftlichem Interesse  oder gesellschaftlicher Relevanz widmen. Diese spiegeln sich nicht zuletzt auch in der Mission der Helmholtz-Gemeinschaft und den forschungspolitischen Vorgaben der Zuwendungsgeber wider.

Das Thema „Assessing Technologies. Towards Strategies for Responsible Innovation“ steht in der Tradition dieser problemorientierten Forschung. Es widmet sich insbesondere der reflexiven Technikfolgenforschung, in der (Schlüssel-)Technologien sowie die damit verbundenen Innovations- und Implementierungsprozesse analysiert und bewertet werden, was ein Verständnis der Wechselwirkung von technologischem und gesellschaftlichem Wandel und den ihnen innewohnenden Dynamiken voraussetzt. Die Forschung in diesem Thema richtet sich an zentralen gesellschaftlichen Fragen aus:

  1. Sind alle machbaren technologischen Entwicklungen auch gesellschaftlich wünschenswert?
  2. Können wir unsere zentralen gesellschaftlichen Infrastrukturen an gesellschaftlichen Wandlungsprozessen ausrichten und wie kann ihre Funktionalität im Rahmen dieser neuen Rahmenbedingungen verbessert werden?
  3. Wie können wir dem steigenden Bedarf an gesellschaftlicher Teilhabe (Partizipation) an Technikentwicklungsprozessen gerecht werden?

Dabei orientiert sich die Forschung an verschiedenen, aber miteinander verwobenen Perspektiven. Die erste untersucht neue und emergierende Technologien mit erheblichem Transformationspotential wie beispielsweise die Synthetische Biologie oder die Hirnforschung. Unter den vielfältigen Fragestellungen im Rahmen dieser Technologien eröffnet dieser Themenbereich auch die wissenschaftliche Bearbeitung grundsätzlicher Fragen nach den Grenzen des technologisch Machbaren im Verhältnis der Mensch-Maschine-Relationen. Die zweite Perspektive  bewertet substituierende Technologien in ihren Anwendungskontexten, etwa dem Energie- oder dem Mobilitätssystem, um deren Leistungsfähigkeit und Sicherheit zu verbessern und dauerhaft zu gewährleisten. Beide Ansätze verfolgen das Ziel, Wissen zu erarbeiten, das den Innovationsakteuren gestattet, den technikbedingten Wandel im Hinblick auf die Erfüllung gesellschaftlicher Ziele mit zu gestalten.  Um diese Wandlungsprozesse besser verstehen zu können, werden in einer dritten Forschungsperspektive Denk- und Kommunikationsstrukturen analysiert, die diesen Innovationsprozessen zugrunde liegen. Hierbei wird zum einen über die verschiedenen Formen der Wissensgenerierung  reflektiert, was wichtige Erkenntnisse für die Partizipationsforschung eröffnet. Zum anderen wird ein starker Akzent auf den Zukunftsbezug von Innovationsprozessen gelegt, um eine adressatengerechte „Governance“ auf politikberatender und technikentwicklungsbegleitender Ebene zu gewährleisten.